Konsum

Die Vision

Wir alle sind auf eine Grundversorgung angewiesen: Wir brauchen ein Dach über dem Kopf, Kleidung, Lebensmittel, Strom und Wasser. Doch unser Verbrauch an Ressourcen übersteigt diesen Grundbedarf um ein Vielfaches. Zunehmend wird offensichtlich, dass wir in einem Spannungsfeld leben: der Verantwortung für Nachhaltigkeit auf der einen und den Verführungen der Konsumgesellschaft auf der anderen Seite.

Die Eckpunkte

Der Alltagsbedarf in der Stadt. Seit 2013 liefern die Stadtwerke Stuttgart Ökostrom und Biogas und tragen zu einer lokale Energiewende bei, die Wasserversorgung will die Stadt bis 2014 ebenfalls in einem kommunalen Eigenbetrieb (Bürgerbegehren „100 Wasser“) leisten. Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum wird derzeit durch die allgemeine Steigerung von Miet- und Immobilienpreisen in Deutschland erschwert. Umso dringlicher erscheint dadurch die städtische Verantwortung, den Wohnungsmarkt zu regulieren.

Konsumtempel, die keiner bestellt hat. Freuen sich vielleicht noch einige wenige über eine Eröffnung eines weiteren Einkaufszentrums voller Filialisten, so wächst in der weiteren Bevölkerung doch das Gefühl des Überdrusses. Shopping als Selbstzweck erscheint immer weniger Menschen als befriedigende Form der Freizeitgestaltung, als welche die Werbung sie uns „verkaufen” will. Wir wissen mit unserem „Zuviel” oft nicht mehr umzugehen: Überfluss und Verschwendung werden zum Problem – auch in Stuttgart.

Pluralität und Inititative. Auch in Stuttgart haben Menschen angefangen, über Alternativen nachzudenken und diese umzusetzen. Ökologisches Denken und Nachhaltigkeit wird mit persönlicher Lebensqualität verknüpft und schafft Nachfrage für vielfältige neue Versorgungsmodelle und -angebote. Auch in Stuttgart wachsen hier zarte Pflänzchen in Form von bürgerschaftlich organisierten Stadtteilläden und alternativ betriebenen Cafés, Restaurants und Kneipen. Die Menschen kaufen gerne auf ihren Wochenmärkten ein und fragen dort nach, wo die Produkte herkommen. Die Geiz-ist-geil-Mentalität verliert an Kraft. An ihre Stelle treten andere Werte rund um Authentizität, Gesundheit und Verantwortung.

Die Aufgabe

Beim Thema Konsum ist viel im Umbruch – weltweit. Wir wollen gute Beispiele aufgreifen und darüber informieren, was möglich ist und anderorts bereits gut funktioniert. Wenn die Nachfrage das Angebot reguliert, haben wir gute Chancen, durch Bewusstseinsveränderung auch der Stadt ein anderes Gesicht zu geben. Der Anfang ist in Stuttgart hier und da schon gemacht.


Autorenbeiträge

13-12-22 Marion Mueller - Duncan Smith

Der Umgang mit Nahrungsmitteln in Stuttgart

Autorenbeitrag: Wolfram Bernhardt, Marion Mueller

Es gibt theoretisch genug Essen auf der Welt, so dass bereits jetzt alle Menschen satt werden könnten. Dies führt in aller Deutlichkeit vor Augen, dass wir erstens ein Verteilungsproblem und zweitens ein Problem mit dem Umgang von Nahrungsmitteln haben.

 

13-12-22 Wolfram Bernhardt - Duncan Smith

Anregung


Die „Essbare Stadt“ Andernach

Auf dem Weg zur Arbeit einfach mal ein Körbchen Erdbeeren ernten? Für das Abendessen statt in den Supermarkt in den Stadtpark gehen? Kein Problem, zumindest nicht in Andernach, der “Essbaren Stadt”. Hier wurden einstmals langweilige „Stadtbegrünungen“ zu Selbstbedienungsgärten für jedermann gemacht:

Essbare Stadt Andernach
Artikel in der Badischen Zeitung
Flyer

13-12-29 essbare-stadt1

Die „Essbare Stadt“ Tübingen

Auch im Ländle gibt es eine ähnliche Initiative. Im Rahmen der „Transition Town“-Initiativen arbeitet eine Gruppe aus Tübingen an Ideen, wie man ein solches Projekt auch hier umsetzen könnte:

essbare-stadt-tuebingen.de/tueb_essbar/

Minden hat auch eine „Essbare Stadt“-Initiative:

essbare-stadt-minden.de

Titelfoto:  lightsniper.de