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	<title>Entfaltung &#8211; Die Stadtisten</title>
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	<description>Auf gute Nachbarschaft</description>
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	<title>Entfaltung &#8211; Die Stadtisten</title>
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		<title>Keine Sperrstunde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2018 05:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Amtsblatt]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Clubs Dilayla, White Noise und Bar Romantica in Stuttgart Mitte machen sich ernsthafte Sorgen um ihre Existenz. Auf Weisung der Stadtverwaltung und des Regierungspräsidiums Stuttgart müssen sie zukünftig im Bereich der Eberhardstraße zwischen 5 und 6 Uhr schließen. Es ist sachlich nicht nachvollziehbar, warum man den Anwohnern zumuten will,...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Clubs Dilayla, White Noise und Bar Romantica in Stuttgart Mitte machen sich ernsthafte Sorgen um ihre Existenz. Auf Weisung der Stadtverwaltung und des Regierungspräsidiums Stuttgart müssen sie zukünftig im Bereich der Eberhardstraße zwischen 5 und 6 Uhr schließen. Es ist sachlich nicht nachvollziehbar, warum man den Anwohnern zumuten will, dass die Clubgänger für eine Stunde mitten in der Nacht auf die Straße geschickt werden, wo sie andere tatsächlich um den Schlaf bringen. Die drei betroffenen Clubs haben Auflagen erfüllt und auf eigene Kosten in den Schutz ihrer Nachbarn vor Lärmbelästigung investiert. Dies gilt es zu würdigen. Deshalb werden die Stadtisten eine Initiative im Bezirksbeirat Mitte starten und sich für eine realistische und faire Regelung einsetzen.</p>
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		<title>Stuttgarter Clubkultur stärken – keine Sperrstunde in Mitte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Nov 2018 13:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtleben]]></category>
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		<category><![CDATA[Stuttgart Mitte]]></category>
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					<description><![CDATA[Was ist passiert? Die Clubs Dilayla, White Noise und Bar Romantica in Stuttgart Mitte machen sich ernsthafte Sorgen um Ihre Existenz. Auf Weisung der Stadtverwaltung und des Regierungspräsidiums Stuttgart müssen alle drei Clubs zukünftig im Bereich der Eberhardstraße zwischen 5 und 6 Uhr schließen. Faktisch bedeutet das die Wiedereinführung der...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist passiert? Die Clubs <a href="http://www.dilayla.de/">Dilayla</a>, <a href="https://white-noise.eu/">White Noise</a> und <a href="https://www.facebook.com/RomanticaStuttgart">Bar Romantica</a> in Stuttgart Mitte machen sich ernsthafte Sorgen um Ihre Existenz. Auf Weisung der Stadtverwaltung und des <a href="https://rp.baden-wuerttemberg.de/rps/Seiten/default.aspx">Regierungspräsidiums Stuttgart</a> müssen alle drei Clubs zukünftig im Bereich der Eberhardstraße zwischen 5 und 6 Uhr schließen. Faktisch bedeutet das die Wiedereinführung der <a href="https://www.stuttgart.de/item/show/319985/1">Sperrstunde</a> in Stuttgart.</p>
<p>Die<a href="https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sperrstunden-fuer-clubs-in-stuttgart-delilah-white-noise-und-bar-in-hoechster-not.1830df29-e854-40f2-856b-9b2d484f3549.html"> Stuttgarter Zeitung</a> meint hierzu, dass die Grundlage für diese Entscheidung eine „umfangreiche Fachaufsichtsbeschwerde“ beim Regierungspräsidium sei. Der Vorwurf laute: Die Stadt schützt die Anwohner nicht. Die Stadt Stuttgart habe ihre bisherige Entscheidungspraxis zur „Sperrstundenverkürzung“ überprüft und geändert. Was konkret überprüft wurde und inwiefern die neue Regelung die Situation konkret verbessern soll, wird von der Stadtverwaltung aber nicht beantwortet.</p>
<h3>Wie stehen die Stadtisten dazu?</h3>
<p>Die Stadtisten fordern eine andere Vorgehensweise durch die Behörden. Auch wenn bisher „streng nach Vorschrift“ gehandelt wurde, schadet die Wiedereinführung einer Sperrstunde durch die Hintertür allen Beteiligten. Stattdessen setzen sich die Stadtisten für eine Regelung ein, bei der die Situation tatsächlich verbessert wird. Es ist sachlich nicht nachvollziehbar, warum man den Anwohnern zumuten will, dass die Clubgänger für eine Stunde mitten in der Nacht auf die Straße geschickt werden, wo sie andere tatsächlich um den Schlaf bringen. Selbstverständlich müssen die Interessen der Anwohner gewahrt bleiben, aber die drei betroffenen Clubs haben Auflagen erfüllt und auf eigene Kosten in den Schutz Ihrer Nachbarn vor Lärmbelästigung investiert. Dies gilt es zu würdigen.</p>
<p>Deshalb werden die Stadtisten eine Initiative im Bezirksbeirat Mitte starten und sich für eine realistische und faire Regelung einsetzen. Thorsten Puttenat, Spitzenkandidat der Stadtisten für die kommende Gemeinderatswahl in Stuttgart betont: „Die Gäste dreier Clubs in unmittelbarer Nachbarschaft um fünf Uhr morgens zeitgleich auf die Straße zu schicken, ist absurd. Diese Regelung vergrößert das Problem der Anwohner und schadet gleichzeitig den Clubs. Wir fordern das Regierungspräsidium und die Stadtverwaltung dazu auf, sinnvolle Prüfkriterien zu entwickeln und offen zu legen. Anschließend kann nach einer sinnvollen Lösung gesucht werden, die allen Beteiligten weiterhilft. Die Einführung einer Sperrstunde wird Stuttgart und seiner lebendigen Clubkultur in keiner Hinsicht gerecht“.</p>
<p><a href="https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sperrstunden-fuer-clubs-in-stuttgart-delilah-white-noise-und-bar-in-hoechster-not.1830df29-e854-40f2-856b-9b2d484f3549.html">Artikel in der Stuttgart Zeitung</a> (14. November 2018)</p>
<p><a href="https://asemwald.wordpress.com/2018/11/19/laermende-horden/">Artikel von Dora Asemwald</a> (19. November 2018)</p>
<p>Foto: <a href="https://www.facebook.com/white.noise.stuttgart/">White Noise</a>, wie es dort zwischen 5 und 6 aussehen könnte.</p>
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		<title>Proberäume</title>
		<link>https://die-stadtisten.de/proberaeume/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jun 2017 11:06:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Amtsblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Raum]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein uns wichtiges, von der Stadt allerdings stiefmütterlich behandeltes Thema, sind die Proberäume für Stuttgarter Bands. Die Nachfrage ist hoch, das Angebot klein. Dazu kommt, dass mitunter auch die Mieten der Räume mehr und mehr zum Problem werden. Beispielhaft dafür steht das sogenannte Künstlerhaus in Wangen. Dort proben 60 Bands,...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein uns wichtiges, von der Stadt allerdings stiefmütterlich behandeltes Thema, sind die Proberäume für Stuttgarter Bands. Die Nachfrage ist hoch, das Angebot klein. Dazu kommt, dass mitunter auch die Mieten der Räume mehr und mehr zum Problem werden. Beispielhaft dafür steht das sogenannte Künstlerhaus in Wangen. Dort proben 60 Bands, der Quadratmeter kostete lange Zeit 7 Euro. Die Immobilie wechselte unlängst den Besitzer, die Mieten stiegen deutlich, die Zukunft des Musikhauses ist ungewiss. Auf sehr originelle und gleichzeitig pragmatische Art und Weise geht die Architektin Nicola Missel auf die Proberaumproblematik ein: Sie hat ein mobiles Übehaus gebaut und vorm Gustav-Siegle-Haus platziert. Der fünf Meter hoher Kubus kann von Musikern temporär genutzt werden. </p>
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		<title>Auf der Suche nach dem verlorenen Platz</title>
		<link>https://die-stadtisten.de/auf-der-suche-nach-dem-verlorenen-platz-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2016 15:04:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo ist überhaupt dieser Österreichische Platz? Dieser Frage geht derzeit die Stuttgarter Initiative Stadtlücken nach. Und wir auch. Wir haben uns auf die Suche nach diesem mysteriösem Platz gemacht und dabei viele Leute gefragt. Und viele Antworten bekommen. Ob wir den Platz gefunden haben, könnt ihr in diesem Film sehen....]]></description>
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<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div><figcaption>Wo ist überhaupt dieser Österreichische Platz? Dieser Frage geht derzeit die Stuttgarter Initiative Stadtlücken nach. Und wir auch. Wir haben uns auf die Suche nach diesem mysteriösem Platz gemacht und dabei viele Leute gefragt. Und viele Antworten bekommen. Ob wir den Platz gefunden haben, könnt ihr in diesem Film sehen. <br>Dieser Film wurde zusammen mit dem lokalen Blog „70180 Stuttgart“ produziert, der über das Viertel berichtet, an dessen Rand dieser ominöse Platz sich angeblich befinden soll. <br><a href="http://www.stadtluecken.de/wo-ist-der-oesterreichische-platz/">http://www.stadtluecken.de/wo-ist-der-oesterreichische-platz/</a><br><a href="http://70180stuttgart.de">http://70180stuttgart.de</a></figcaption></figure>
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		<title>Stuttgart – Kulturhauptstadt?</title>
		<link>https://die-stadtisten.de/stuttgart-kulturhauptstadt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2014 17:13:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebes Stuttgart, Du hast es 2014 erneut geschafft und Dir den offiziellen Titel „Kulturhauptstadt“ der Republik geholt. Das gefällt uns – wir gratulieren. Vor allem Dein Schauspiel und die Oper, aber auch Ballett und Museen machen ausgezeichnete Arbeit und bereichern unsere Stadt. Du pflegst diese Hochkultur, hast großes Verständnis für sie,...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Liebes Stuttgart,</h3>
<p>Du hast es 2014 erneut geschafft und Dir den offiziellen Titel „Kulturhauptstadt“ der Republik geholt. Das gefällt uns – wir gratulieren. Vor allem Dein Schauspiel und die Oper, aber auch Ballett und Museen machen ausgezeichnete Arbeit und bereichern unsere Stadt. Du pflegst diese Hochkultur, hast großes Verständnis für sie, gehst mit ihr H<span class="text_exposed_show">and in Hand. Diese Beziehung funktioniert.</span></p>
<h3><span class="text_exposed_show">Kunst beginnt im Kleinen<br />
</span></h3>
<p><span class="text_exposed_show">Für das Große ist gesorgt, jetzt sollte es Dir auch um das Kleinere gehen. Weißt Du eigentlich, dass Du wunderbare Eigengewächse hast, die sich in den Nischen für Dich schmutzig machen, Dich durch ihr Spiel beschenken, in Dich hineinstrahlen und Dich oft glänzen lassen? Einige dieser Akteure haben es von den kleinen Bühnen auf die großen geschafft. Darauf kannst Du stolz sein, kommen diese Schaffenden doch aus Deiner Mitte.</span></p>
<p>Leicht hatten sie es wirklich nicht – denn es fällt Dir schwer, den Blick zu schärfen, Deine kulturellen Ressourcen zu sehen. Du verstehst nur bedingt, was jenseits der etablierten Bühnen passiert. Du weißt noch viel zu wenig vom Wert dieser alternativen Orte und dem Schaffen ihrer Künstler – ein Wert, der Dir zum Mehrwert gereichen könnte, aber zu unbeachtet und verkannt ist.</p>
<p>Du klammerst zu sehr aus, schenkst dem originären Nährboden der Kunst zu wenig Beachtung. Und auch wenn Dir das noch nicht bewusst ist: Du siehst nicht, was zu kurz kommt. Es fehlt am Verständnis Deiner Politik und der Verwaltung. Das kann leicht zur Quelle der Ignoranz werden – dies bedroht die Existenz der Künstlerinnen und Künstler.</p>
<p>Deshalb: Gib dieser freien Kunst- und Kulturszene mehr Beachtung und Vertrauen, und vor allem bezahlbaren Raum. Sie fragt nicht nach Subventionen, sondern arbeitet, schafft und produziert mit Fantasie, Kreativität und Engagement aus sich selbst heraus. Nicht nur die Künstler der Wagenhallen sollten Dir hierfür ein leuchtendes und warnendes Beispiel sein.</p>
<p>Was willst Du tun, um diese Leute zu halten? Verlier&#8216; sie nicht.</p>
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		<title>Stuttgart im Skizzenbuch</title>
		<link>https://die-stadtisten.de/stuttgart-im-skizzenbuch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2014 17:28:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[„We show you the world one drawing at a time“ ist das Motto der Urban Sketchers, einer internationalen Bewegung von Zeichnern, die die Orte, an denen sie sind, in ihren Skizzenbücher dokumentieren und im Netz mit anderen teilen. Stadtist Heiko Fischer hat eine Gruppe in Stuttgart gegründet, die sich regelmäßig...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„We show you the world one drawing at a time“ ist das Motto der Urban Sketchers, einer internationalen Bewegung von Zeichnern, die die Orte, an denen sie sind, in ihren Skizzenbücher dokumentieren und im Netz mit anderen teilen. Stadtist Heiko Fischer hat eine Gruppe in Stuttgart gegründet, die sich regelmäßig zum Zeichnen trifft. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen.</p>
<p>Bei Interesse bitte bei <a href="mailto:urban.sketchers.stuttgart@gmail" target="_blank">urban.sketchers.stuttgart@gmail</a>.com melden.</p>
<p><a href="http://die-stadtisten.de/projekte/urban-sketchers/" target="_blank">Urban Sketchers bei den Stadtisten</a></p>
<p><a href="https://www.flickr.com/groups/urbansketch_stuttgart/">https://www.flickr.com/groups/urbansketch_stuttgart/<br />
</a><a href="http://stuttsketch.tumblr.com/" target="_blank">http://stuttsketch.tumblr.com/</a><br />
<a href="http://www.urbansketchers.org/" target="_blank">http://www.urbansketchers.org/</a></p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/rU4q8crWz7I?rel=0" width="777" height="437" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
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		<title>Vom Mut, das Unkonventionelle zu ertragen</title>
		<link>https://die-stadtisten.de/vom-mut-das-unkonventionelle-zu-ertragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2014 15:03:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Dora Asemwald. Immer wieder entfacht die Diskussion zu einem überstrapazierten Wort: Subkultur. Woher kommt der Begriff, was bedeutet er heute und wozu braucht das eine Stadt wie Stuttgart überhaupt? Diesen Fragen möchte ich mal nachgehen. Subkultur. Ein verbales Ungetüm, von dem jeder glaubt, alleine zu wissen, was es ist, wer dazu...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr">Von Dora Asemwald.</p>
<p dir="ltr"><strong>Immer wieder entfacht die Diskussion zu einem überstrapazierten Wort: Subkultur. </strong><strong>Woher kommt der Begriff, was bedeutet er heute und wozu braucht das eine Stadt wie Stuttgart überhaupt? Diesen Fragen möchte ich mal nachgehen.</strong></p>
<p dir="ltr"><span style="line-height: 1.5em;">Subkultur. Ein verbales Ungetüm, von dem jeder glaubt, alleine zu wissen, was es ist, wer dazu gehört, und was es nicht ist. In der Regel sehen sich die meisten als Teil von ihr und grenzen sich dadurch ab: Mainstream, das sind die anderen. Kein Wunder also, dass viel um den heißen Subkulturbrei gestritten wird, wenn gefühlte Definitionen aufeinander prallen.</span></p>
<p dir="ltr">Vorneweg: Ich verwende den Begriff Kultur im weiten Sinne: Kultur ist nicht nur Musik und Malerei, sondern alles vom Menschen geschaffene.</p>
<p dir="ltr">In den 40er Jahren nutzten Soziologen den Begriff zum ersten Mal um das Phänomen ethnischer Gruppierungen in amerikanischen Großstädten zu beschrieben. Diese Gruppierungen zeichneten sich durch einen eigenen Wertekanon aus, der sich von der vorherrschenden Kultur abgrenzte. Zu Beginn der 70er verschwamm der Begriff mit dem der Gegenkultur, die die primären Werte und Ideale der Mehrheitskultur infrage stellte und sich ganz klar von ihr abgegrenzte. Dieses Bild funktionierte noch ganz passabel, als es diese klar definierte Leitkultur noch gab.</p>
<h3 dir="ltr">Subkultur in der digitalen Revolution</h3>
<p dir="ltr">Ich versuche mal der weiteren Entwicklung des Konzepts der Subkultur mit medientheoretischen Werkzeugen beizukommen. In der grauen Vorinternetzeit gab es eine begrenzte Zahl an Massenmedien, die zentral gesteuert wurden, allen voran der öffentlich-rechtliche Rundfunk, Zeitschriften und Zeitungen. Ein kleiner Kreis an Medienschaffenden entschied, was die Masse serviert bekommt. Sie hatten die aufwändigen Produktionsmittel zur Verfügung, die damals zur Verbreitung von Inhalten notwendig waren. Als Subkultureller war man gezwungen, alternative Low-Budget-Kommunikationswege zu schaffen, um sich als Gruppe zu koordinieren. Über selbstgedruckte Fanzines und Piratensender wurde damals verbreitet, was durch das Raster der großen Medien fiel. Es war aufwändig, Teil einer Szene zu sein, und teilweise auch gefährlich. So wurden bis 1994 laut § 175 die Subkultur der Homosexuellen unter Strafe gestellt. Subkulturen waren relativ homogene, klar gegen die Mehrheitskultur abgegrenzte Szenen, die sich nur selten vermischten und ihre eigenen Kodizes, Sprache, Kleidung und Musik hatten. Für Außenstehende war es schwierig, mehr über sie zu erfahren oder gar in sie hineinzukommen.</p>
<p dir="ltr">Seit dem Aufkommen des Internets ist es einzelnen Subkulturen plötzlich möglich, ohne großen Aufwand eine eigene Öffentlichkeit aufzubauen. Das Netz ermöglicht durch seine dezentrale Struktur, dass sich Informationen ohne großen Aufwand weltweit und sofort verbreiten und somit den Flaschenhals der alten Medien umgehen und überwinden können. Wer heute einen Film veröffentlichen will, nimmt ihn mit seinem Telefon auf und stellt ihn einfach auf Youtube.  Über soziale Medien können sich solche Inhalte viral verbreiten und ein größeres Publikum erreichen. Durch den Rückgang der Kontrollmechanismen der alten Medien hat die Mehrheitskultur ihre mediale Monopolstellung verloren. Subkulturen können sich heute der selben Mittel bedienen und sich ebenso verbreiten. Dadurch werden sie aber auch zugänglicher und ihre Grenzen durchlässiger. Heute kann man problemlos mal in die meisten Subkulturen reinschnuppern, ohne sich auf eine festlegen zu müssen. Die Mitgliedschaft in einer Subkultur ist keine Entscheidung mehr, sondern eine Option unter vielen.</p>
<h3 dir="ltr">Subkultur von der Stange</h3>
<p dir="ltr">Mit dem Öffnen und Verschwimmen der Grenzen zwischen den Kulturen wurde es auch einfacher, diese zu kommerzialisieren. Aus dem Streben junger Menschen, ihre Identität über Gruppenzugehörigkeit zu ergründen und zu definieren, lässt sich Geld machen. Heute muss man nicht mehr in versteckte Spezialläden gehen, um sich ein Ramones- oder Motörhead-Shirt zu kaufen. Man geht einfach zu H&amp;M, um sich ein bisschen Punk zu fühlen. Der heutige Mainstream ist ein eklektischer Mix unzähliger Subkulturen, oder besser gesagt, deren Light-Versionen, verwässert zu leicht vermarktbaren Lifestyle-Optionen.</p>
<p dir="ltr">Der Begriff der Subkultur hat an Schärfe verloren und taugt kaum noch zur Beschreibung kultureller Phänomene. Darum hat sich die Bedeutung des Wortes im Sprachgebrauch verschoben und wird heute hauptsächlich im Sinne von kultureller Vielfalt wahrgenommen. Ich versuche mal, eine zeitgemäße Definition des Begriffes zu fassen: Wenn eine Subkultur sich durch die Abgrenzung zur Leitkultur definiert, dann muss man schauen, auf welchem Terrain sich die derzeitige Leitkultur befindet.</p>
<h3 dir="ltr">Jenseits der Leitkultur</h3>
<p dir="ltr">Wir leben in einer wachstumsorientierten Marktwirtschaft, die Leistung über Geld und Glück an Konsum bemisst. Wir produzieren nicht mehr bedarfsorientiert, sondern schaffen Bedürfnisse – zum Beispiel durch kurzgetaktete Moden und Werbung – um noch mehr produzieren zu können. Konsum ist der Motor unserer Gesellschaft und die Basis, auf der unsere Leitkultur fußt. Identität wird über Konsum geformt. Die einen zeigen ihre soziale Zugehörigkeit über Markenkleider und Autos, andere definieren sich über veganen Konsum. Wenn Leitkultur ist, was sich vermarkten lässt und somit den Konsum steigert, dann ist Subkultur das, was sich diesem System entzieht.</p>
<p dir="ltr">Zeitgenössische Subkulturen unterliegen einem evolutionären Prozess. Sie verbreiten sich schnell über das Netz, zersplittern zu Untergruppen, mutieren und werden selektiert. Je nach dem, wie gut eine Subkultur an die jeweiligen Bedürfnisse einzelner Gesellschaftsteile angepasst ist, bekommt sie Zulauf oder stirbt aus. Ist sie besonders erfolgreich, dann wird sie kommerziell interessant und vom Mainstream aufgesaugt. Sie hört auf Subkultur zu sein, wird Teil der Leitkultur und macht Platz für eine neue Subkultur. Darum spielt die Subkultur eine so große Rolle für die Leitkultur: Sie ist Keimzelle neuer Impulse, neuer Trends. Sie ist  jene Avantgarde, die die Gesellschaft vorantreibt, die Fortschritt ermöglicht. Und damit paradoxerweise auch zu mehr Konsum führt. Hier beisst sich die Katze in den Schwanz. Kein Wunder also, dass wir uns so schwer tun, Subkultur zu definieren. Subkultur ist nicht greifbar, ein flüchtiger Zustand. Als Protokultur betreibt sie Zwischennutzung im Gebäude der Gesellschaft. Und nur so lange sie nicht zu greifen ist, existiert sie. Sie ist unberechenbar, denn wenn sie berechenbar wird, verschwindet sie. Wenn man glaubt, sie zu kennen, ist sie schon ganz wo anders.</p>
<h3 dir="ltr">Die Stadt als Keimzelle</h3>
<p dir="ltr">Ich meide lieber die Paradoxiefalle des S-Worts und rede von kultureller Vielfalt. Und davon, dass diese Raum braucht. Und von dem gibt’s wenig im Stuttgarter Kessel, der sich in großen Schritten gentrifiziert. In unserer Wirtschaftsmetropole galt bislang das Primat der Rendite: Was Geld in die Stadtkasse bringt, ist gut. Da nimmt man auch leerstehende Abschreibungsobjekte in Kauf, lässt Shoppingmalls sich gegenseitig kannibalisieren und vergräbt Bahnhöfe, weil Gelder von außen winken. Kulturelle Vielfalt braucht Nischen, in der sie gedeihen kann. Nischen ohne unmittelbaren kommerziellen Nutzen, in denen Unberechenbares und Buntes geschehen kann. Eine Stadt braucht Freiräume, um nicht nur zu funktionieren, sondern um zu leben. Und diese Freiräume dürfen nicht sofort zugekleistert werden. Man muss sie einfach dulden und sich daran erfreuen, welche Blüten sie tragen. Eine Stadt braucht den Mut, das Unkonventionelle zu ertragen und es nicht im Keim zu ersticken. Denn nur so kann Neues entstehen, kann eine Stadt fortschrittlich und attraktiv sein – und vielleicht eines Tages daraus auch den mittelbaren kommerziellen Nutzen ziehen. Dazu reicht es nicht aus, ein paar Vorzeigelocations etablierter Ex-Subkultur wie die <a href="http://www.wagenhallen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wagenhallen</a> zu dulden, um die Stadt besser an die von Gentrifidingsbumspapst <a href="http://www.creativeclass.com/richard_florida" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Richard Florida</a>  beschriebene „kreative Klasse“ zu vermarkten, die angeblich verschlafene <a href="http://www.stuttgart.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Provinznester</a> in pulsierende Metropole transformiert. Ein paar Schritte weiter lebte in ein paar alten <a href="https://www.facebook.com/Waggons.Stuttgart" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wagons</a> waschechte Subkultur, doch die musste weichen.</p>
<h3 dir="ltr">Vertane Chance</h3>
<p dir="ltr">Stuttgart ist gerade konkret dabei, eine einmalige Chance an die Wand zu fahren. Im Park der <a href="https://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=7&amp;cad=rja&amp;ved=0CFkQFjAG&amp;url=http%3A%2F%2Foccupyvillaberg.wordpress.com%2F&amp;ei=Mh8PU8WiLsqKtAafz4AI&amp;usg=AFQjCNHC2tCIW9qt9pY3a5aSAvyCISfpJA&amp;sig2=t75j1bLOJtPTXLAriM2urQ&amp;bvm=bv.61965928,d.Yms" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Villa Berg</a> verrotten derzeit 20.000qm ehemalige Fernsehstudios, die der SWR aufgegeben hat. Der Besitzer, die <a href="http://www.pdi-gruppe.de/pdi-gruppe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Investorengruppe PDI</a>, möchte dort Luxuswohnungen bauen, hat aber nicht das Baurecht dazu. Die Stadtverwaltung will die Studios kaufen und abreisen. „<a href="http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.alte-tv-studios-abreissen-villa-berg-kuhn-will-wohnungsbau-im-park-verhindern.8fb5098e-c099-4ae9-91aa-13c7be39a428.html?redirectToMobile=false" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich möchte, dass wir der Stadt und ihrer Bevölkerung die Villa und den Park zurückgeben</a>“, sagt OB Kuhn, und verschweigt dabei, dass der Park um die Studios eh schon öffentlich ist und dadurch nur etwas erweitert werden würde. Der Gedanke, dass dies die perfekte Brutstätte für kulturelle Vielfalt sein könnte, scheint ihm fremd oder unerwünscht zu sein. Selbst die <a href="http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.villa-berg-im-stuttgarter-osten-investor-hat-keine-chance-mehr-fuer-wohnungsbau.7308596b-824a-472d-819e-738de9114bdc.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konservativen unterstützen Kuhn</a> mittlerweile in seinem Anliegen. Kulturelle Vielfalt macht Lärm, provoziert und spült kein Geld in die Stadtkasse. Und sie hat keine schlagkräftige Lobby. Eben da werden ihr ihre Diversität, ihre Flüchtigkeit und ihre Kommerzverweigerung zum Verhängnis. Kommunalpolitik soll aber nicht nur potente Interessengruppen bedienen, sondern ebenso die Nischen und Ränder der Stadtgesellschaft. Tut sie aber nicht.</p>
<h3 dir="ltr">Unsere Chance</h3>
<p dir="ltr">Als Kulturschaffende dieser Stadt überlege ich mir, wie wir uns Gehör verschaffen und uns den Raum selbst nehmen können, den wir brauchen. Wir haben weder Geld noch sind wir ausreichend organisiert. Wir haben jedoch Kreativität und den Mut, diese einzusetzen. Wenn wir darauf warten, dass die Stadt uns einen Platz einräumt, können wir ebenso auf Godot warten. Wir müssen uns nicht mal Raum schaffen, denn den gibt es schon – wir müssen ihn nur ausfüllen. Wer hält uns davon ab, den öffentlichen Raum zu unserer Bühne zu machen? Er ist mehr als asphaltierte Transitstrecke zwischen Arbeit, Wohnen und  Shopping. Lasst uns sichtbar, hörbar, spürbar werden! Denn erst wenn wir unbequem werden, wird man uns ernst nehmen.</p>
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<tbody>
<tr>
<td style="width: 25%; vertical-align: top;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-402" src="http://die-stadtisten.de/wp-content/uploads/2016/01/16-01-20-Dora-Asemwald.jpg" alt="16-01-20 Dora Asemwald" width="150" height="150" /></td>
<td style="vertical-align: top; padding-left: 10px;">
<hr />
<p><b>Dora Asemwald</b> <a href="http://asemwald.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bloggt</a> seit 2007 über Stuttgart, Kultur, Politik und ergründet das Grenzgebiet zwischen virtueller und materieller Realität. Die 1975 geborene Stuttgarterin betreibt unter anderem eine <a href="http://galeriedoraasemwald.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Galerie</a> und ist die Begründerin der Initiative <a href="http://loch21.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Loch 21</a>.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Foto: <a href="http://www.martin-zentner.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Zentner</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das Potemkinsche Dorf …</title>
		<link>https://die-stadtisten.de/das-potemkinsche-dorf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Dec 2013 16:59:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
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					<description><![CDATA[… oder warum die Wagenhallen nur als popkulturelles Feigenblatt der Stadt dienen und mit Subkultur längst nicht mehr zu tun haben. Von Alexander „Akoe“ Köpf. Ein paar Wahrheiten zu den Wagenhallen und ihrem Bezug zur Stuttgarter Subkultur. Zuvor ein paar Bemerkungen: Ich rekonstruiere das hier aus dem Gedächtnis. Ich werde...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="line-height: 1.5em;">… oder warum die Wagenhallen nur als popkulturelles Feigenblatt der Stadt dienen und mit Subkultur längst nicht mehr zu tun haben.</span></p>
<p>Von Alexander „Akoe“ Köpf.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Ein paar Wahrheiten zu den Wagenhallen und ihrem Bezug zur Stuttgarter Subkultur. Zuvor ein paar Bemerkungen: Ich rekonstruiere das hier aus dem Gedächtnis. Ich werde nur begrenzt Namen der beteiligten Akteure aus Politik und Kultur nennen. Desweiteren versuche ich eine Entwicklung chronologisch zu schildern, ohne die Ereignisse zu sehr zu werten. Wobei ich nicht den Anspruch von Objektivität erhebe, bin ich doch noch immer zu sehr subjektiv mit diesem Millieu verknüpft. Das vermag der geneigte Leser selbst zu tun. Vielleicht noch kurz eine Erklärung zu meinen Quellen: Ich habe von 1998 bis 2006 selbst aktiv als Booker und Veranstalter im Stuttgarter Popkultur-Bereich gearbeitet und in der Zeit ein weitreichendes Netzwerk geknüpft, das zwar im gesamten mittlerweile zerrissen, aber in einzelnen Verknüpfungen noch immer existent ist. Auch als Produktions-Assistent für diverse Stuttgarter Orchester stehe ich natürlich immer noch im lockeren Kontakt zum Beispiel mit Leuten aus dem Theaterhaus, dem württembergischen Kunstverein und einer Vielzahl von Leuten, die als freie Tontechniker, PA-Verleiher, Visuals-Macher oder als (pop)kulturelle Veranstalter in diesem Millieu tätig sind. Ein guter Freund arbeitet als Koch und Caterer in den Wagenhallen, ein anderer gehört zum Umfeld der Geschäftsführung, andere waren oder sind Mitglieder des Kunst- und Kulturvereins aus dem die heutige Wagenhalle hervorgegangen ist.</span></p>
<h3><span style="line-height: 1.5em;">Es war einmal &#8230;</span></h3>
<p><span style="line-height: 1.5em;">… eine alte Fabrikhalle im Stuttgarter Norden, eine Gruppe mehr oder weniger professioneller Künstler und Kulturschaffender, die sich zu einem Verein zusammengeschlossen hatten und auf einem Teil-Areal dieses Geländes Ateliers, Proberäume und Kreativ-Räume unterhielten und Teile dieser Halle bespielten. Der weitaus größere Teil der Halle war damals noch in der Hand eines Unternehmers, der dort regelmäßig Flo- und Antikmärkte veranstaltete. Damals war das alles Subkultur: der bauliche Zustand erbärmlich, Sanitäranlagen nur rudimentär vorhanden und der ganze Charakter der Szenerie geprägt von einem charmanten, aber oft auch chaotischen (man könnte es auch unprofessionell nennen) Spirit aus Kreativität, Idealismus, Improvisation und wilder Lust, etwas zu machen und einfach anders zu sein. Die Mitglieder des Vereins waren ein wildes Sammelsurium aus kauzigen, witzigen, professionellen und völlig chaotischen Individuen. Es gab Leute, die ernsthaft am Fundament ihrer künstlerischen Karriere arbeiteten und völlig verstrahlte, dauerkiffende Existenzialisten, die aus Industrieschrott Skultpuren schweißten oder nerdige und sperrige Kunst oder Antikunst fabrizierten, deren, ähm, kommerzieller Mehrwert gleich null tendierte, aber immer wieder bemerkenswert kluge oder auch streitlustige Interpretationen des allgemeinen Zeitgeistes beziehungsweise der speziellen Stuttgarter Gemengelage darstellte.</span></p>
<p>Wollte man als Gastveranstalter dort etwas auf die Beine stellen, sah man sich dem Vereinsplenum gegenüber, das stets einstimmig zu entscheiden suchte. Das war immer anstrengend, oft entnervend und hin und wieder auch ärgerlich, wenn ein notorischer Querschießer mal wieder alles in Frage stellte und man mit Engelszungen stundenlang Überzeugungsarbeit leisten musste. Aber alles in allem bot diese abgefuckte Halle großen Teilen der Stuttgarter Subkultur ein zwar baufälliges, aber doch willkommenes Heim.</p>
<p>Von nerdigen Elektro-Tanzpartys (die viel zu schräg waren, um in einem der Stuttgarter Clubs Heimat zu finden) über derbe Drum-and-Bass-Raves (die viel zu hart waren, um in einem der Stuttgarter Clubs Heimat zu finden) bis zu experimentellen Konzerten oder wüsten Punkrock-Sausen (die viel zu ausgeflippt oder „böse“ waren, um in einem der Stuttgarter Clubs Heimat zu finden) war prinzipiell alles möglich. Je nachdem wie professionell oder engagiert die Veranstalter waren, war dann auch das Umfeld und der Charakter der Veranstaltung. Von tollen Hardcore-Konzerten mit professioneller PA bis zu verkifften Reggae-Parties oder völlig dilletantisch organisierten Schräg-Tanzabenden mit besserer Heim-Stereoanlage ging alles. Securities? – Brauchte man nicht. Toiletten? – Wer pissen wollte, ging in die Büsche, für die Mädels gab es ein paar Plumpsklos. Feuerpolizeiliche Sicherheit? – Ähm, nächstes Thema …</p>
<p>Ein seltenes Biotop der Stuttgarter Subkultur: sperrig, spröde, streitlustig, aber eben auch charmant, total chaotisch, sehr idealistisch und mit viel Phantasie und Mut zur Improvisation – immer wieder neu, verändert und spaßig. Mal standen plötzlich auf dem Außenareal irgendwelche sperrigen Skulpturen, mal hatte irgend jemand aus drei kaputten Bass-Subs wieder einen neuen gelötet. Die Polizei ignorierte das weit abgelegene Areal und man genoss mehr oder weniger Narrenfreiheit. Mit den benachbarten Waggons; der Redaktion des Magazins Partysan, die zusammen mit einem Stuttgarter Elektro-Plattenlabel, einem europaweit bekannten Produzenten von House-Musik (Michel Baumann alias Soulphiction, der unter anderem für Fanta Vier arbeitete) und der bekannten Elektroband Rework (die es zu zwei europaweiten Indie-Dance-Hits brachte) und dem (damals noch völlig unbekannten) Modelabel Blutsgeschwister in einem um die Ecke liegenden verrotteten Industriebau hausten, in dem auch einige Punkbands probten und dem Atelier Unsichtbar gab es lustige Kooperationen und genügend Leben, damit Besucher am Wochenende auch mal herumpilgern konnten und zwischen vier oder fünf mehr oder weniger legalen Parties beziehungsweise Konzerten die Auswahl hatten.</p>
<p>So weit so gut … Subkultur in Reinform. Auch Filmdrehs fanden in diesem Bermudadreieck zwischen Wagenhallen, Waggons am Nordbahnhof, Atelier Unsichtbar und dem Partysan-Haus immer wieder statt. Ohne (!) Zuschüsse oder Gelder der Stadt, bis auf die Möglichkeit das Areal frei zu nutzen. Alles war chaotisch, total improvisiert, oft am Rande des Legalen, aber es ballte sich Kreativität und es gab bemerkenswerte Synergieeffekte zwischen den beteiligten Parteien.</p>
<p>Parteien, genau. Aufgrund einer Verkettung von Umständen, die zu schildern mir hier der Platz nicht reicht, begann sich dann die Stadt Stuttgart, die mal wieder in der Kritik stand, Pop-und Subkultur zu schleifen, für die Wagenhallen zu interessieren. Die Politik brauchte dringend etwas vorzuweisen gegenüber der Szene und auch nach außen hin, da das Medienecho nicht günstig war. In den Fokus der Politik gerieten zwei Objekte: das alte Interims-Rathaus (ehemalige DB-Direktion) am Arnulf-Klett-Platz und die Wagenhallen. Einige der Protagonisten der Szene auf dem alten Nordbahnhofgelände zogen in die DB-Direktion um, da abzusehen war, dass ihr Ort S21 zum Opfer fallen würden. Was dann am Arnulf-Klett-Platz so alles passierte wäre auch einmal einer eigenen Betrachtung wert, muss hier aber aus Platzgründen entfallen.</p>
<p>Zurück zur Wagenhalle. Die sehr engagierte Kulturbürgermeisterin Eisenmann ließ sich immer öfter mit einer Gefolgschaft Politikschaffender sehen, es wurde viel diskutiert und innerhalb des Kulturvereins bildeten sich zwei Fronten: die einen, die strikt gegen jede Einflussnahme von Politik waren und das – wie sie es nannten – antikommerzielle Flair erhalten wollten, und die anderen, die die Halle professionalisieren und aufwerten wollten. Erstere Fraktion bestand eher aus den verstrahlten, chaotischen Nerds und Existenzialisten, zweitere aus ernsthaft ambitionierten Künstlern, die sich und ihr Umfeld professionalisieren wollten und auch auf Subventionen für das ein oder andere Projekt, das bislang nur in DIN A4 Exposees existierte, hofften.</p>
<p>Ich mache es kurz: nach kurzem aber sehr heftigen Kampf, der mit allen Mitteln von Intrigen, Diffamierung und Unter-der-Gürtellinie-Ressentiments ablief, setzte sich die Professionalisierungs-Fraktion durch. Das Ergebnis: durch Vermittlung von Frau Eisenmann wurde auch der Teil der Halle, in dem Flomärkte abliefen, teilweise dem Wagenhallen-Areal zugeschlagen. Der Kulturverein wurde de facto entmachtet, es wurden Geschäftsführer installiert. Einer davon, Thorsten Gutbrod, arbeitete bis dahin für Xavier (Zapata und Bett): als Geschäftsführer und Booker für dessen kommerziell betriebenen Club Bett im Filmhaus. Ein sehr professioneller Mann, der die Branche in allen ihren Spielarten kennt, der aber mit Subkultur im Sinne der eingangs beschriebenen Szenerie nichts zu tun hat. Er und ein Kollege übernahmen die Regie. Ihre erste Priorität: effizientere Strukturen, bessere und in einer Hand liegende Öffentlichkeitsarbeit, Sanierung der Bausubstanz und Requirieren von Geldern aus Politik, aber auch mit in Eigeninitiative betriebenen wirtschaftlichen Konzepten.</p>
<p>Wieder muss ich es kurz machen: nach einem mehrere Jahre dauernden Prozess schafften die beiden umtriebigen Geschäftsführer es, die Halle zu einer Art Event-Gastroprojekt zu machen, indem eben nicht nur immer weniger Popkonzerte statt fanden, sondern eine Vielzahl von Geld bringenden Veranstaltungen wie Hochzeiten, Betriebsfesten für Versicherungskonzerne oder andere Wirtschaftsunternehmen, im Vorfeld buchbaren kulinarischen Events, wie den monatlichen Vier-Gänge-Menüs, bei denen man für 100 Euro erlesene Menüs von Koch Martin zu exzellenten Weinen genießen konnte. Anstatt schräge Elektrotanz-Abende für Nerds und Drum-and-Bass-Raves gab es Firmencaterings und auch diverse kommerzielle Parties wie Feuerwerk-Abende, gesponsort von einem großen Zigarettenhersteller, und allerlei anderen Schnickschnack.</p>
<p>Allein: das veranstalten von Pop- oder Subkultur-Events geriet ein wenig aufs Abstellgleis. Zuerst zeigte sich das in einer immer liebloseren Abwicklung von solchen Veranstaltungen. Unrühmlicher Höhepunkt war ein Konzert der in Stuttgart sehr erfolgreichen Subkultur-Crew „Stuttgart kaputt raven“ mit der Schweizer Elektropunk-Band „Saalschutz“, in deren Verlauf die rüpeligen Securitys der Fremdfirma SHS die Bühne erklommen und während des Konzerts (sic!) gegen die ihrer Meinung nach zu enthusiastisch abgehenden Musiker, ähm, „vorgingen“ und sich auch einzelne Leuten aus dem Publikum griffen. Es kam zu sehr unschönen Szenen. Die Besucher waren empört, die Veranstalter auch. Ab da fand „Stuttgart kaputt raven“ im Rocker 33 beziehungsweise dem Kellerklub statt. Auch Gastveranstalter aus dem Punk-Umfeld konnten ein Lied von diesen SHS-Securitys singen. Ein Konzert der aus Los Angeles kommenden Ska-Band Aggrolites ging nur deshalb im Sinne der Band über die Bühne, weil die Gruppe und ihre Crew (allesamt in irgendwelchen L.A. Streetgangs sozialisiert und sehr „kampferprobt“) den Securitys handgreiflich klar machten, wer im Haus an diesem Abend das Sagen hat. Dazu kam, dass es plötzlich bei D’n’B Partys Limiter in der PA gab, die verhinderten, dass die Bässe den Wumms hatten, den die Crowd für eine anständige Party braucht. Es gibt da noch unzählige andere Geschichten. Aber wir wollen es ja kurz halten.</p>
<p>Heute ist die Ausgangslage folgende: neben den obligatorischen Bucovina-Club-Abenden finden in der Wagenhalle monatlich vier bis fünf popkulturelle Events statt. Der Rest sind Hochzeiten, 4-Gänge-Menüs, Betriebs-Feste, Kongresse und von Zigaretten-Herstellern oder ähnlichen Firmen gesponsorte Events, die vorfinanziert sind und deswegen in der Abwicklung kaum Geld kosten. Dazwischen dann hin und wieder ein braver Tanzabend, mit lärmreduzierter PA und einer Stimmung und einem Klientel, wie bei einem beliebigen Uni-Ball. Alles wirklich alles, aber KEINE Subkultur. Die Subkultur trifft sich dort nur noch gelegentlich donnerstags im kleinen Anbau der Halle, wenn Koch Martin und sein Assistent Dusche (beide punksozialisiert) zu ihrem Sauf- und DJ-Abend namens Kleine Kneipe einladen.</p>
<p>Das wäre alles einfach hinzunehmen, der Gang der Dinge, the only constant Thing is Change, wenn, ja wenn nicht die Stadt Stuttgart diese durch und durch auf Effizienz getrimmte und kommerzialisierte Halle (die einigen Leuten Jobs sichert!) andauernd als Vorzeigeprojekt für angeblich erfolgreiche Subkultur hervorzaubern würde. Denn so erfolgreich und toll die Wagenhallen heute sind, eines sind sie sicherlich nicht: Subkultur. Im Gegenteil, die dort einstmals vorhandene Subkultur wurde durch das Geschäftsmodell Wagenhallen verdrängt, vergrault oder aufgesaugt, sprich, selbst kommerzialisiert.</p>
<p>Die Wagenhallen sind quasi das subkulturelle potemkinsche Dorf der Stadt Stuttgart. Das weiß übrigens auch die gesamte (Sub-)Kulturszene der Stadt. Alleine, sie halten den Mund. Zum einen, weil Gutbrod und Konsorten wirklich hervorragend „ihr Ding„ machen und zum anderen, weil man ungern einstigen Kollegen vor die Füße spuckt. Wer heute dort beispielsweise ein Punkkonzert machen will, wird große Mühe haben, zwischen all den Hochzeiten, Weihnachstfeiern und Firmen-Präsentationen einen freien Termin zu finden, der noch dazu in das Routing der tourveranstaltenden Konzertagentur passt.</p>
<p>Titelfoto: Thorsten Puttenat</p>
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		<title>Stuttgart – Kulturvielfalt neu denken und verstehen</title>
		<link>https://die-stadtisten.de/stuttgart-kulturvielfalt-neu-denken-und-verstehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Die Stadtisten]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Dec 2013 16:54:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Entfaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Markus Irmer und Thorsten Puttenat. Für das Thema Kulturvielfalt soll nicht nur im Rathaus sensibilisiert werden, sondern auch im Stadtgespräch. Wir wollen wieder mehr alternative Szene in Stuttgart. Beleben wir die kulturelle Erneuerung dort, wo sie entsteht: in der individuellen, der subversiven Kreativität. Kulturschaffende brauchen die Rückendeckung von Politik...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Markus Irmer und Thorsten Puttenat.</p>
<p>Für das Thema Kulturvielfalt soll nicht nur im Rathaus sensibilisiert werden, sondern auch im Stadtgespräch. Wir wollen wieder mehr alternative Szene in Stuttgart. Beleben wir die kulturelle Erneuerung dort, wo sie entsteht: in der individuellen, der subversiven Kreativität.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Kulturschaffende brauchen die Rückendeckung von Politik und Verwaltung. Es geht nicht um Geld. Es geht um die Ermöglichung von Raum und Zeit. Ohne übertriebene Gängelung seitens der Behörden. Eine Stadt, die im internationalen Wettbewerb erfolgreich sein will, muss der künstlerischen Szene eine freie und offene Atmosphäre gewährleisten. Es geht um das Vertrauen in die Kreativen und darum, sie machen zu lassen. Die Politik sollte dieses Vertrauen geben. Alternativere Kultur in Stuttgart darf nicht immer weiter in die Außenbereiche der Stadt gedrängt werden. Sie gehört auch in das pulsierende Leben der Innenstadt. Stuttgart schmückt sich gerne mit der sogenannten Hochkultur und unterstützt diese Dominanz mehr und mehr. Die Kultur des Mainstreams. Kreatives und Innovatives entsteht jedoch abseits gewohnter Pfade. Der Mainstream ist lediglich das Endprodukt dieser Kreativität und Innovation. Der kulturelle Individualismus weicht dieser Konformität.</span></p>
<p>Stuttgarts Kultur benötigt allerdings auch eine instabile, sich bewegende, ständig ändernde und sich neu erfindende, gesellschaftliche Kreativkraft. Innerhalb dieses Lebensmodells verschwinden zunehmend die sogenannten Off-Spaces zur alternativen Zwischennutzung sowie der Schaffung ungewöhnlicher Kunstkonzepte.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Das Stuttgarter Rathaus braucht ein erneuertes Bewusstsein für urbane Kulturvielfalt. Eines, das über das politische Denken „Wir unterstützen die Wagenhalle“ hinausgeht. Die Kunst- und Kulturschaffenden unserer Stadt brauchen einen Freiraum. Subkultur ist nichts für alle, aber doch für viele. Stadt und Kultur bedeuten Vielfalt. Alternative Kultur und Hochkultur schließen sich nicht aus, sie bedingen sich gegenseitig. Nachwuchskünstler und Musiker kehren Stuttgart den Rücken und gehen der Schwabenmetropole verloren. Stuttgart ist subkulturell so unattraktiv wie nie zuvor. Hier geht unserer Stadt etwas Grundlegendes verloren.</span></p>
<p>Stuttgart gewinnt am Konsum der Mainstream-Kultur. Auf der anderen Seite: Der Verlust individueller und innovativer Kreativität. Das Schwinden der Stuttgarter Alternativkultur ist das kulturelle Fundament und Nährboden jedes Mainstreams. Sich diesen Szenen anzunehmen und sie zu fördern sollte ein grundlegendes Bedürfnis unserer Stadt sein. Sie prägt und formt unsere Gesellschaft. Sie spiegelt unser gesamtes Zusammenleben wider. Die Subkultur ist das Patent eines abwechslungsreichen, breit gefächerten kulturellen Lebens. Eine Bereicherung in einer multikulturellen Gesellschaft, die primäre Werte und Normen unserer Mehrheitskultur infrage stellt. Sie formt unsere Gesellschaft und unterstützt ihre Visionen. Die Vielfalt spielt eine entscheidende Rolle. In Medien, Kunst, Musik, Nachtleben, Bildung und Politik.</p>
<p>Ohne diesen kulturellen Nonkonformismus entsteht Gleichheit, gedeiht die Indifferenz. Desinteresse, Gleichgültigkeit, Gefühllosigkeit und Stumpfheit können Folgen daraus sein.</p>
<p>Stuttgart legt wert auf die sogenannte Kreativwirtschaft. Alternative Kultur ist oft nicht wirtschaftlich, und dennoch sehr wichtig. Aus ihr erwachsen Potenziale, die unserer Stadtgesellschaft gut tun. Sie erweitert das Spektrum des kulturellen Angebots. Eine blühende Kulturvielfalt leistet einen Beitrag zu jener Urbanität, die Stuttgart im Vergleich mit anderen Großstädten vermissen lässt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td style="width: 25%;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-403" src="http://die-stadtisten.de/wp-content/uploads/2016/01/13-12-22-Markus-Irmener-Duncan-Smith.jpg" alt="13-12-22 Markus Irmener - Duncan Smith" width="150" height="150" /></td>
<td style="vertical-align: top; padding-left: 10px;">
<hr />
<p><strong>Markus Irmer, </strong><span style="line-height: 1.5em;">geboren 1966 in Bad-Cannstatt. Er war in Aktionsplanung und Öffentlichkeitsarbeit tätig, choreografierte zahlreiche Shows, organisierte und veranstaltete große Events sowie viele Vernissagen in Stuttgart. Er legt seit 24 Jahren als DJ „S-IT“ auf, war Mitbegründer des Pocket-Magazins Partysan Baden-Württemberg und gründete 2004 seine eigene Grafikagentur.</span></td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 25%; vertical-align: top;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-357" src="http://die-stadtisten.de/wp-content/uploads/2016/01/13-12-22-Thorsten-Puttenat-Duncan-Smith.jpg" alt="13-12-22 Thorsten Puttenat - Duncan Smith" width="150" height="150" /></td>
<td style="vertical-align: top; padding-left: 10px;">
<hr />
<p><strong>Thorsten „Putte“ Puttenat </strong>wurde 1974 geboren. Er lebt seit 17 Jahren in Stuttgart und arbeitet als selbstständiger Musiker und Filmkomponist. In den letzten Jahren war er innerhalb verschiedener Initiativen dieser Stadt tätig. Darunter fluegel.tv, unsere-stadt.org und Occupy Villa Berg. Er ist Mitinitiator der Stadtisten.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelfoto: Thorsten Puttenat</p>
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