Manifest

16-04-21 das-stadtistische-manifest

„Ich kann freilich nicht sagen,
ob es besser werden wird, wenn es anders wird;
aber soviel kann ich sagen:
es muß anders werden, wenn es gut werden soll“

Georg Christoph Lichtenberg

Politik, wie wir sie verstehen, bedeutet: gemeinsam Lösungen zu finden, für die Fragen und Probleme, die die Stadt und das Gemeinwesen betreffen. Als Bürgerinnen und Bürger wollen wir Stadtisten uns dieser Aufgabe stellen. Viele Menschen setzen sich für Stuttgart auf unterschiedliche Weise ein, begreifen ihr Engagement aber nicht als politisches Handeln. Sie überlassen das Feld den „Berufspolitikern“, von denen sie sich nicht vertreten fühlen. Die Verdrossenheit mit einer Politik, die sich an parteipolitischen Grundsätzen orientiert, nimmt zu. Diesem Unbehagen möchten wir eine konkrete Alternative entgegensetzen.

Wir sind in Stuttgart zu Hause und fühlen uns unserer Stadt verbunden. Stadtpolitik ist weit mehr als das, was sich zwischen Fraktionen und Parteien aushandeln lässt. Unser Verständnis von Politik reicht über parteipolitische Grenzen hinaus. Wir wollen die Verantwortung nicht anderen überlassen. Wir handeln selbst und fordern alle engagierten Menschen in Stuttgart dazu auf, sich in die Stadtpolitik einzumischen. Dazu wollen wir einen neuen politischen Stil und neue politische Ausdrucksformen ins Spiel bringen.

Stuttgart befindet sich im Umbruch. Überall wird abgerissen und neu gebaut. Das hat die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt mobilisiert, zusammengebracht und manchmal auch entzweit. Dadurch wurde in der Stadt eine neue Energie freigesetzt. Noch nie gab es so viel Potenzial für bürgerschaftliches Engagement wie heute. Wir Stadtisten wollen diese Kraft nutzen und für Stuttgart einsetzen. Es gibt zahlreiche Projekte und Initiativen, die von den Menschen in dieser Stadt getragen werden. Für sie machen wir uns stark.

Stadtisten sind keine Statisten. Warum das kleine „d“? Weil es den Unterschied macht. Statisten stehen am Rand oder im Hintergrund des Geschehens – Stadtisten wollen ins Zentrum der politischen Gestaltung. Wenn es um unsere Stadt geht, benutzen wir Herz, Hand und Hirn, sind ebenso rational wie einfühlsam. Politik braucht Mitgefühl, soziale Wärme und Solidarität. Das, was unsere Herzen bewegt, werden wir aus dem Stadtgespräch in die Politik hineintragen.

Die Stadtisten – konstruktiv für unsere Stadt

Die Stadtisten sind keine Partei. Wir sind eine Plattform für Bürgerinnen und Bürger, die sich für ihre Stadt engagieren wollen. Dabei verstehen wir uns als offenes Forum für gute Ideen, die bislang in Stuttgart zu wenig umgesetzt werden. Wir können schneller, flexibler und unbürokratischer reagieren als die etablierten Parteien, die auch landes- und bundespolitisch aktiv sind. Wir Stadtisten konzentrieren unsere Kraft auf die Stadt und auf das, was kommunal machbar ist. Wir wollen direkt auf die Politik Einfluss nehmen. Deshalb treten wir zur Gemeinderatswahl an.

Wir wollen das Stadtgespräch anregen, indem wir Diskussionen, die sonst hinter geschlossenen Türen stattfinden, in den öffentlichen Raum holen. Analog und digital, online und offline. Auf unsere Straßen und in unsere Wohnzimmer. Das Unkonventionelle haben wir zu Fuß durchquert, der Utopie legen wir ein Bonbon unters Kopfkissen.

Die Stadtisten – Pluralismus und Streitkultur

Eine wesentliche Aufgabe von Politik ist es, die unterschiedlichen Meinungen, Interessen und Lebenswelten in einer Gesellschaft, in einer Stadt anzuerkennen, auszugleichen und die Gesellschaft als Ganzes zusammenzuhalten. Gelebter Pluralismus bedeutet die Vielfalt der Meinungen zu akzeptieren. Der Wettbewerb der Ideen ist für eine Demokratie unverzichtbar. Das erfordert Toleranz und eine gesunde Streitkultur. Identität begreifen wir als etwas, das sich nicht an Alter, Herkunft, Geschlecht oder Einkommen festmachen lässt. Klar, dass Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei uns nichts verloren haben.

Wir Stadtisten streben eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Parteien und Gruppierungen im Stuttgarter Gemeinderat an. Sie dürfen sich unsere Ideen zu eigen machen und sie umsetzen – genauso wie wir Initiativen von Parteien und Fraktionen unterstützen, wenn wir sie für gut erachten. Uns geht es um die Sache.

Wir erheben nicht den Anspruch, dass Stadtisten in politischen Gremien mit einer Stimme sprechen müssen. Sie dürfen unterschiedliche Sichtweisen repräsentieren. Sie unterliegen keinem Fraktionszwang.

Die Stadtisten – Gemeinsam sind wir stark!

Wir wollen ein neues Bewusstsein für unsere Stadt wecken. Das politische Selbstverständnis der Stadtisten basiert auf der Idee, dass wir alle gemeinsam für die Stadt mehr tun können als jeder für sich. Wir wollen kreative Köpfe und Querdenker darin unterstützen, ihre Ideen umzusetzen. Damit werden wir den unterschiedlichen Lebenswelten in dieser Stadt ein Gesicht verleihen.

In diesem Sinne: Auf gute Nachbarschaft!

 

Die Initiatoren

Wolfram Bernhardt
Unternehmensberater, Oberbürgermeister-Kandidat 2012

Thorsten Puttenat
Musiker

Dr. Ralph Schertlen
Elektroingenieur, Oberbürgermeister-Kandidat 2012

 

Die Koautoren

Christine Blankenfeld 
Sozial- und Politikwissenschaftlerin

Jens Hermann 
Gymnasiallehrer und Künstler

Katja Kohlhammer 
Verlegerin

Ralf Peter Maier 
Schriftsetzer

Christian Sunkel-Zellmer
Schauspieler

Martin Zentner
Grafiker und Journalist
Stuttgart, 15. Oktober 2013

 

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Manifests

 

Frank Augustin Redakteur
Nicola Bálint Übersetzerin
Lars Becker Diplom-Betriebswirt
Ralf Blankenfeld Lehrer
Nadine Brachatzek Mathematikerin, Linguistin und Soziologin
Karin Braig Dipl. Sozpäd., Familientherapeutin
Katharina Ebinger Landesjugendsprecherin BUNDjugend
Sebastian Erdle Journalist
Heiko Fischer Texter und Verlagsmitarbeiter
Gabi Fulir Ausbildungsreferentin
Manfred Heinfeldner Journalist
Margit Herrler Senior Recruitment Consultant SAP AG
Markus Irmer Grafikdesigner
Reinhard Jahnke Dipl.-Ing. (FH) für Maschinenbau
Lena Keuerleber Filmemacherin
Axel Krause Diplom-Wirtschaftsingenieur, Musiker
Marianne Kreichgauer Dekorateurin, z. Zt. arbeitsunfähig
Selma Kruppschke Künstlerin, Oberbürgermeister-Kandidatin 2012
Melanie Migle Kundrot Architektin
Jeanette Lemmerz Gestalterin
Claudia Maier Familienmanagerin
Dijana Mandaglio Handelsfachwirtin
Petra Proß Erzieherin
Wilhelm Rinhoffer Philosoph
Jörg Röhrich Architekt und 3d-Visualisierer
Susanne Rülke Staatl. gepr. Betriebswirtin
Volker Schmidt Bürofachhelfer
Andrea Stegemann Marketingleiterin
Bea Steinle Dipl.-Geographin
Peter Stellwag
Patricia Söltl Logopädin
Magali Sureau Kulturmanagement
Andrea Teicke Sonderschullehrerin
Michael Thomsen Student der Politikwissenschaften und Philosophie
Petra Vogel Psychologische Beraterin, Integrationsbegleiterin
Tanja Will Soziologin
Udo Zeidler CAD-Konstrukteur
Michael Zöllner Verleger
Harald Zylka Online-Marketer